Predigt von Pastor de Jong aus Dokkum zum Erntedankfest in Laage PDF Drucken E-Mail

Laage, Erntedankfest, 4. Oktober 2009
Ev.: Lukas 12, 13-24 Ep.: Prophet: Jesaja 58:6-14

1.  Das Leben ist mehr als Essen und Trinken.

Mehr als Essen und Trinken… mehr als Kleidung…Das Leben - ganz konkret unser Körper, es ist mehr als…Aber man kann anbauen, hier in Europa, und produzieren viel mehr als man kaufen kann. Wir sehen hier mehrere Früchte des Feldes, Resultat vieler Arbeit.Und doch, man kann es kaufen, austeilen.Aber das Leben selbst, das ist unbeschreiblich kostbar.Das realisiert man sich…. wenn ein Unfall stattfindet, wenn jemand krank wird und stirbt.Essen und Trinken, es ist ersetzbar. Das Leben aber nicht. Es ist eine Geschenk, uns gegeben.Gegeben mit einem Auftrag. Wie ein Verwalter.Um Rechenschaft ab zu legen. Nicht nur dem Nachbar gegenüber…Nicht der Nachbar hat uns das Leben gegeben…

2.  Die Quelle unser Leben…

Das Leben ist eine Gabe, ja, von Wem? Gegeben von Ihm den wir bekennen als Schöpfer des Himmels und der Erde. Quelle von allem was gut ist. Das Gute das der Schöpfer uns gegeben hat, sehen wir in unserem Nächsten. Es ist doch wahr: Alle sind wir geschaffen nach Seinem Bild. In diesem Sinne sind wir gerufen zur Verantwortung gegenüber einander.Das Leben, unser Leben, es ist mehr als…Kleidung und Essen. Aber das ‚mehr als‘ und die Kleidung, was haben sie mit einander zu tun? Unsere Wirklichkeit ist sehr verknüpft mit allen Dingen und  alle Menschen. Die Nachrichten informieren uns täglich über unsere Wirtschaftprobleme. Menschen verlieren heute ihre Arbeitsstelle, und damit auch ihr Einkommen. Die Zerstörung der Umwelt bringt die Zukunft der Erde in Gefahr. Wir hören vom Hunger in Afrika und sehen im Fernsehen wie in Europa Milch übers Land gesprüht wird.Ist das das Ergebnis von Verbraucher? Unseres Konsumtiv Verhältnis? Und wie sollen wir jetzt danken für etwas das unsere Hände gemacht haben? Wie verhalten sich die Früchte unserer Hände mit unserem Leben? Denn: das Leben uns gegeben ist mehr als….

3.  Ein Gleichnis.

Das bringt mich zum Evangeliums dieses Erntedankfestes. Der Kern von Jesus Worten.Auch für uns ein erkennbares Gleichnis.Ein reicher Mensch vertraut auf seinen Besitz. So viel dass er gar nicht weiß wo alles unter zu bringen. Er hat viel geerntet. Ist das nicht der Segen für die Arbeit? Es scheint klug, realistisch zu sein auf Geld, Macht und Gut zu vertrauen. Doch nennt Jesus diesen Menschen  einen Narr.Was ist das? Ein Narr, sagt der Psalm, rechnet nicht mit Gott. Nein, er sagt zu seiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre.Habe Ruhe, iss, trink und habe Mut. Ist es nicht wahr dass in uns allen ein reicher Mensch wohnt? Vertrauen auf was vorhanden ist? Aber das Leben ist mehr. (als was vorhanden ist.) Hätte Jesus etwas gegen den  Überfluss, oder gegen eine gute Ernte? Nein, im Gegenteil.Die Frage wirft sich aber auf: was macht man mit all dem guten?

4.  Was ist das Geheimnis der guten Ernte?

Besitz und Eigentum, für die wir heute danken, an sich sind sie gut. Aber Lukas ist sensibel für die Gefahr, das Gute von Gott zu trennen. Etwas ist gut, wenn man rechnet mit Gott. Dann rechnet man auch mit dem Nächsten. Und das ist, was Jesus immer verständlich machen will. Denn: es ist Gott der Saatgut und Brot gibt. Er wird auch euch Samen geben und es wachsen lassen. Die Gabe Gottes, seine Anwesenheit im Leben ist mehr als.. Diese Erkenntnis ist das Geheimnis einer guten Ernte. Bezeichnend für das Selbstgespräch des reichen Mannes von damals, und auch heute, ist die Tatsache dass Gott darin gar nicht vorkommt. Es liegt eine große Selbstsicherheit in seinen Überlegungen. Eine Sicherheit die aber letzen Endes nicht aufgeht. Denn er hat in seiner Rechnung Gott übersehen. Sein wirtschaftliches Denken geht ohne Gott vor sich. Aber dann ist da die Stimme Gottes: Wenn du stirbst, wem gehört dann dein Besitz? Das ist die Frage nach dem Sinn des Lebens, das Geheimnis der Ernte.

5.  Aber: ich habe keine reiche Ernte...

Wir sind zusammengekommen zum Erntedankfest.Nicht immer ist die Ernte reichlich.Und nicht immer geht es gut mit der Wirtschaft. Ihre Lebensfreude wird überschattet durch wirtschaftliche Sorgen. Und dann? Danken? Wäre es nur Kleid und Geld, Essen und Trinken, wir wären bedauernswerter als irgendjemand sonst auf der Welt. Es ist gut, die Perspektive die Jesus betont nicht zu vergessen. Die Perspektive des Königreichs Gottes. Es setzt der Besorgtheit Schranken. Jesus hat uns versprochen, dass wir viel mehr wert sind als alle Vögel. Gott sorgt für sie. Das ist das ‚mehr als‘ in diesem Erntedankfest. Das Geheimnis verbunden mit der Quelle des Lebens.Jesus ruft uns auf zu vertrauen. Dann sind wir in den Augen Gottes Reich. Dann können wir danken. Danken, dass unser Leben mehr ist als Gut und Geld.Dann können wir danken für das Leben, das uns gegeben ist.

6.  Erntedankfest anno 2009.

Nicht nur die Ernte, Kleid und Essen, auch die Freude. Und dann werden viele Menschen Gott danken für die Gaben. Gott selbst werde die Quelle eurer Freude sein. Quelle eurer Leben. Die Quelle der Freude ist ein Hinweis auf das reiche Maß der Gnade Gottes. Und das ist ‚mehr als Geld und Gut‘. „Reich sein bei Gott." Mit diesen Worten beendet Jesus die Rede an das Volk. Dann sehen wir erst richtig. Danken durchbricht einen Trend, den Trend der Habgier. Danken ist sogar ein Protest gegen alles was unmenschlich ist. Danken hilft uns, die richtigen Prioritäten zu setzen. Es hilft uns trotz aller Fragen mit denen wir leben. Es lässt uns sehen, wie viel Grund wir haben zu danken. Unendlich reich sind wir. ass wir teilen möchten was uns gegeben ist. Die Ernte, die Freundschaft, die gute Nachricht von Christus.

Lasst uns Gott danken für sein unsagbares großes Geschenk. Amen.